Von Farbe im Essen und anderen Herausforderungen im Alltag

Nun bin ich wieder in Nairobi angekommen. Knapp drei Wochen vor meiner Rückreise in die Schweiz haben sich meine Tagesabläufe nun definitiv eingespielt. Vom obligaten Tee-Zubereiten am Morgen über das Kochen am Mittag bis hin zum Wäschewaschen nach Feierabend klappt eigentlich alles, trotz einiger Herausforderungen.

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Bei Tageslicht funktioniert das Kochen auf den Gaskanistern mittlerweile ganz gut.

Morgendlicher Schwarztee

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Nach einigen Versuchen bin ich nun mit dieser Milch einigermassen zufrieden.

Jeden Morgen brauche ich meinen Schwarztee mit Milch und Zucker, ansonsten kann der Tag nicht richtig losgehen. Der «strong tea» oder «Kenyan tea», wie er hier genannt wird, ist super lecker. Viel geschmacksintensiver als in der Schweiz und weniger bitter. Die Milch hingegen bereitete mir einige Probleme. Die erste UHT-Variante, die ich probierte, schmeckte wirklich überhaupt nicht. Danach startete ich einige Versuche mit frischer Milch, die hier übrigens in Plastikbeuteln gekauft wird (wie bei uns der Mozarella). Diese wurde aber, trotz durchgehender Kühlschrank-Lagerung, nach zwei Tagen sauer. Deswegen bin ich nun doch wieder auf «long life»-Milch umgestiegen; mittlerweile habe ich sogar eine Sorte gefunden, die mir schmeckt.

Da ich hier keinen Wasserkocher habe, muss ich für den Tee das Wasser in einer Pfanne aufkochen (auf einer meiner Gaskanister). Anfangs habe ich mich jeweils fast zu Tode erschreckt, wenn das Feuer vom Zündhölzchen auf das Gas überging und es eine grosse Stichflamme gab. Mittlerweile habe ich von Jane gelernt, dass man das Gas von unten her anzünden muss. Eigentlich logisch.

Kochen

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Von der Decke in meiner Küche blättert die Farbe ab.

Beim Kochen bereitete mir vor allem die Farbe der Küchendecke Probleme. Durch den Wasserdampf blättert sie ab und fällt regelmässig herunter. Mittlerweile weiss ich, dass ich die Deckel beim Kochen lückenlos, also auch beim Umrühren und beim Schöpfen, über die Pfannen halten muss. Und das Essen schmeckt tatsächlich besser, wenn das Knirschen der Farbe zwischen den Zähnen wegfällt.

Da es in meiner Küche immer noch kein Licht gibt, habe ich mir angewöhnt, vor Einbruch der Dunkelheit zu kochen. Der Elektriker, der meine Küchenlampe hätte reparieren sollen, kam nämlich eines sonntags um 7:30 Uhr in der Früh, als ich noch tief und fest schlief. Und seither scheint es meinem Hausverwalter nicht mehr möglich zu sein, ihn herzubestellen. Also muss es halt ohne Licht in der Küche gehen. Man gewöhnt sich praktisch an alles.

Wäsche waschen

– Sogar an das Waschen ohne Waschmaschine. Das ist hier so üblich; es gibt zwar Reinigungsfirmen, bei denen man die Kleider waschen lassen kann, aber zuhause hat kaum eine/r eine Waschmaschine. Also heisst es: Becken mit Wasser füllen, Waschmittel zugeben, Wäsche einweichen lassen, dann die Flecken so gut wie möglich auswaschen, die Wäsche spülen (damit nicht das ganze Waschmittel zurückbleibt) und schliesslich aufhängen. Fürs Aufhängen gäbe es auf meinem Hausdach einige Wäscheleinen, aber weil ich hier nie weiss, wann es wieder zu regnen anfängt, hänge ich die Wäsche lieber in meinem Badezimmer auf. Und dank einer Eigenkonstruktion mit Wischmob und Schnur finden dort nun sogar mehrere Kleidungsstücke gleichzeitig Platz.

So langsam fühle ich mich fast wie Zuhause in meiner Wohnung in Nairobi – jetzt, wo sich mein Kenia-Aufenthalt immer deutlicher dem Ende zuneigt. Höchste Zeit also, die letzten Fragen zum Projekt zu klären und den Projekt-Evaluator in die Mangel zu nehmen. Ihr hört von mir!

3 Gedanken zu „Von Farbe im Essen und anderen Herausforderungen im Alltag

  1. Ich glaube, dass genau auch diese und ähnliche Erlebnisse einmal den Schatz in deiner Erinnerung ausmachen werden. Da ich als Kind noch erlebte wie mein Mueti in einem grossen Waschkochkessel die ganze Familienwäsche gekocht hat und ich selber viel mithalf von Hand zu waschen, kann ich mir alles gut voerstellen. Ich habe auch einmal in meiner ersten Wohnung in Jona auf dem Balkon eine Wöschhänki konstruiert und dann einen Rüffel bekommen. Es sehe ja schrecklich aus bei mir. Wie bei Fahrenden oder Italienern. Ich solle gefälligst meine Wäsche unsichtbar aufhängen. Das war vor über 40Jahren!!!!!!!!

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