Ein bunter Anlass

Heute fand im Rahmen des Switch Africa Green-Programms eine vom icipe und von der Muliru Farmers Conservation Group (MFCG) gemeinsam organisierte Schulung für rund 300 Kleinbauern und -bäuerinnen statt. Das Kakamega Environmental Education Program (KEEP) stellte die Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Teilnehmenden bekamen Inputs zu nachhaltiger Landwirtschaft, zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und zum Festhalten von Zahlen rund um ihre Farmen.

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Unter dem Strohdach beim «KEEP Snakepark» finden erstaunlich viele Personen Platz.

Der Beginn des Meetings war für 8:30 Uhr angekündigt. Bis aber die Gäste aus den verschiedenen Gegenden alle begrüsst waren, ihren Platz eingenommen hatten und die Organisatoren auch bereit waren, wurde es 10:00 Uhr. Doch scheinbar war ich die Einzige, der das auffiel. Denn trotz des verspäteten Starts des offiziellen Programms waren alle bestens gelaunt und es war niemand irritiert oder verärgert.

Aber Uhrzeit hin oder her: Während der Schulung hielten verschiedenste Personen einen Vortrag und lieferten vielseitige Inputs. Biovision Africa Trust beispielsweise ermutigte die Kleinbauern und -bäuerinnen dazu, über all ihre Ausgaben und Einnahmen Buch zu führen. So sei es möglich festzustellen, mit welchen Produkten Gewinne erzielt werden können. Auch bei der Zucht von Tieren sei es sehr wichtig, deren Stammbaum schriftlich festzuhalten. Ein externer Wissenschaftler erzählte von Hygienemassnahmen beim Ernten von einer Medizinpflanze. Und natürlich kamen auch Inputs von meinen icipe-KollegInnen nicht zu kurz, beispielsweise zum Mulchen von Feldern, was die Bodenfruchtbarkeit erhalten soll.

Von insgesamt 30 «Unternehmensgruppen» von Kleinbauern und -bäuerinnen, die am Switch Africa Green-Programm beteiligt sind (welches u.a. von Biovision unterstütz wird), waren jeweils 10 Personen zur Schulung eingeladen worden. Die Schulung sollte diejenigen Wissenslücken füllen, die von icipe und den Projektpartnern während ihrer Arbeit mit der Community bei den Kleinbauern und -bäuerinnen festgestellt worden waren. «Es ist eine der grossen Stärken des icipe und seiner Partner wie Biovision, vor Ort den Fokus auf das zu legen, was eigentlich gebraucht wird», erzählte mir ein icipe-Mitarbeiter. «Wenn wir merken, dass etwas in der Umsetzung nicht funktioniert, kümmern wir uns in einem nächsten Schritt darum, warum es nicht funktioniert, und versuchen dies zu ändern.»

Alles in allem war es ein sehr bunter und lebendiger Anlass – vor allem deswegen, weil alle RednerInnen immer wieder das Publikum miteinbezogen. Reaktionen zu Gesagtem, weiterführende Fragen oder das Austauschen von Ideen, all das hatte seinen Platz. Ich hatte den Eindruck, dass die Kleinbauern und -bäuerinnen an den vorgetragenen Inhalten sehr interessiert waren.

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Ein Kleinbauer liest die neueste Ausgabe von «The Organic Farmer».

Am Ende des Meetings wurden diverse Unterlagen verteilt, beispielsweise die neueste Ausgabe von «The Organic Farmer» oder ein Flyer zum biologischen Anbau von Bohnen. Und danach gab es traditionelles Essen, welches einige der Kleinbauern und -bäuerinnen zubereitet hatten: Ugali (das ist eine Art Maisgries), Reis, Chapati (eine Art Pfannkuchen), Kohlgemüse, Hühnchen und Fleischsuppe.

Damit die Kleinbauern und -bäuerinnen die Anreise auf dem «Pikipiki» (so heissen hier die Motorräder) bezahlen können, kriegen sie vom icipe eine kleine Entschädigung für ihre Transportkosten. Aus Transparenzgründen müssen alle Projektausgaben säuberlich notiert werden – so verbrachten wir den Nachmittag und den Abend damit, die Identitätskarten der Kleinbauern und -bäuerinnen einzusammeln, ihre Daten festzuhalten und ihnen gegen Unterschrift die Entschädigung auszuhändigen. Das alles war kompliziert, weil es für unterschiedlich weit entfernte Orte eine unterschiedlich hohe Entschädigung gab. Kurz hatte ich das Gefühl, jetzt breche gleich ein Chaos aus. Doch wie das hier immer ist in Kenia: Irgendwie wird ein Weg gefunden, die Dinge zu regeln. Am Ende des Tages waren die Probleme behoben und ich legte mich todmüde, aber zufrieden unter mein Moskitonetz.

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