Alles über Rastas

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Meine neue Frisur.

Am Samstag habe ich mich für eine neue Frisur entschieden, inspiriert von wunderschönen Frauen, die mir hier täglich über den Weg laufen. Aber es gab so einiges, was ich über Rastas nicht wusste – obwohl das nicht mein erster Versuch war.

Schon seit jeher habe ich eine Faszination für kleine Zöpfe. Früher hat mir meine Mutter an Silvester manchmal ungefähr zehn Zöpfchen ins Haar geflochten – aber aus allen Haaren kleine Zöpfe zu machen, das lehnte sie immer ab. Verständlich, so ein Prozedere dauert auch locker mal 4 Stunden.

Vor ungefähr zwei Jahren dachte ich dann: «warum nicht was Neues wagen» und ging in Bern in einen Afro-Shop, um mir meine lang ersehnten Rastas flechten zu lassen. Das Ergebnis war etwas enttäuschend: das ganze Haarvolumen war verschwunden, meine Kopfhaut war überall sichtbar und die Rastas waren auch nicht wirklich angenehm zu tragen. Abgesehen davon, dass mir am Kopf immer kalt war, war auch das Schlafen nicht bequem, und Haarewaschen funktionierte auch nicht mehr so wirklich. Nach einem knappen Monat mussten die Zöpfe dran glauben.

Ein zweiter Versuch

Damals dachte ich: «Naja, war ein Versuch wert, aber so schnell brauche ich das nicht wieder.» Aber kaum wieder in Nairobi angekommen, konnte ich der Versuchung irgendwie doch nicht widerstehen, und beschloss, einen zweiten Versuch zu starten. Diesmal mit ordentlich künstlichem Haar, damit das Volumen nicht verloren geht.

Dass das Flechten nicht gerade das Angenehmste ist, was man sich vorstellen kann, wusste ich schon. Aber dass es so fest schmerzen kann, hätte ich trotzdem nicht gedacht. Das lag wohl daran, dass die Friseurinnen, die zu dritt mit meinem Kopf beschäftigt waren, ihre Arbeit besonders gut machen wollten und deshalb die Zöpfe sehr eng anzogen. Nach vier Stunden Tortur – die hier wenigstens nur 20.- und nicht wie in der Schweiz 200.- Franken gekostet hatten – ging ich erschöpft nach Hause und wollte mich erst mal hinlegen. Keine gute Idee. Ich konnte den Kopf drehen und wenden, wie ich wollte; jede Position tat einfach nur weh.

Die erste Nacht tat ich gefühlt kaum ein Auge zu. Die zweite war dann schon etwas besser – in der dritten erwachte ich um zwei Uhr früh mit extremem Juckreiz auf der Kopfhaut. Das Internet sagte mir dann, dass Juckreiz bei «Rasta-Neulingen» nichts Ungewöhnliches sei. Er kommt wohl dadurch zustande, dass sich die Kopfhaut erst mal an die neue Belastung (also an das dauernde Ziehen durch das zusätzliche Gewicht der eingeflochtenen Haare) gewöhnen muss. Dagegen soll Brennesselwasser helfen. Wo man das in Nairobi herbekommt, wurde mir allerdings während meiner Recherchen nicht wirklich klar. Also muss nun ein «Scalp Gel» aus dem Coiffeursalon ausreichen (und tatsächlich hat der Juckreiz nun auch schon etwas nachgelassen).

Und nun?

Wie lange ich meine neue Frisur noch behalten werde, weiss ich nicht. Eigentlich spiele ich andauernd mit dem Gedanken, die Zöpfe wieder zu öffnen. Aber irgendwie wäre es auch schade, nach all den Qualen jetzt aufzugeben.

Was meint ihr? Behalten oder weg damit? Ich freue mich auf eure Kommentare!

10 Gedanken zu „Alles über Rastas

  1. Ja du Liebe, da hast du eine schwierige Frage aufgeworfen….. Rein vom Optischen her finde ich du solltest die Frisur behalten. Dann aber nach deinem Schmerzbericht dünkt mich eher…weg damit! Mein Vater hat immer zu uns gesgt: „Ja, d Schönheit muess liide!“ Ob das wirklich sein MUSS? Frage mich nicht. Ich finde aber, dass es super ist, Neues auszuprobieren. Erst so merkt man/frau ob es passt oder nicht. Den Mut zum Machen hast du gezeigt, den Mut zum Auflösen……
    Echt schwierig aus meinem Standpunkt heraus für dich eine sinnvolle Antwort zu geben. Aber nochmals, GEFALLEN TUT ES MIR!!!!
    Liebe Grüsse Ursula

    Gefällt 1 Person

  2. Sieht doch schon viel besser aus als letztes mal!
    Ich würde sie noch behalten – wenn die Haare nachwachsen, wird es wohl weniger weh tun. Wer weiss, vielleicht gewöhnst du dich noch ganz daran?

    Gefällt 1 Person

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