Sonnenaufgang im Regenwald

Heute war ein wunderschöner Tag, obwohl ich eigentlich gar nicht gerne früh aufstehe. Aber diesmal hat es sich gelohnt: Wir konnten von einem kleinen Hügel aus den Sonnenaufgang über dem Kakamega Regenwald bewundern. Atemberaubend!

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Ab ca. 05:30 Uhr in der Früh beginnt die Morgendämmerung. So langsam kann man die Konturen des Kakamega Regenwalds ausmachen. Okeka, mein Führer, erzählt mir, dass das hier der einzige verbleibende tropische Regenwald in ganz Kenia ist.

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Die Sonne geht auf. Was diesen tropischen Regenwald von anderen abhebe, erzählt Okeka weiter, sei, dass er sich über verschiedene Höhenstufen erstrecke.

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Im Westen ist es nun schon recht hell. Zeit für ein Fotoshooting mit Okeka.

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Zurück im Osten: Keine Wolken, sondern Regenwald mit Nebelschwaden. Eine wirklich mystische Stimmung. Und, was mich fast am meisten beeindruckt: Die Geräuschkulisse. Überall schnattert und pfeift und ruft es nun aus dem Regenwald.

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Nun wandern wir hinab in das tiefe Grün und sehen wunderschöne Pflanzen. Einige davon kann man essen; Okeka macht es mir vor. Eine Medizinpflanze stossen wir uns in die Nase, für freie Atemwege. Okeka weiss sehr viel – und hat auch Humor: Als er sich zwei Blätter in die Ohren steckte, und ich ihn fragte, wofür das gut sei, lachte er herzlich. „Just for fun! No reason.“

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Im Regenwald gibt es immer wieder kleinere oder grössere Lichtungen. Deren Ursprung ist nicht ganz klar – einige wurden wohl erst vor kurzer Zeit geschaffen, während andere vor mehreren Jahrhunderten durch Büffel oder Elefanten „freigegessen“ wurden. Büffel und Elefanten gibt es mittlerweile nicht mehr im Kakamega Regenwald. Dafür geniesst eine rote Libelle den warmen Sonnenschein.

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Schmetterlinge gibt es unglaublich viele im Kakamega Regenwald; man kommt sich ein bisschen vor wie im Papillorama. 489 Arten sind es laut Wikipedia.

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Und natürlich dürfen auch die Affen nicht fehlen! Sie sind schwer vor die Kamera zu kriegen, weil sie hoch oben auf den Baumwipfeln hin und her klettern. „Hoch oben“ heisst hier etwas anderes als in einem schweizerischen Mischwald: Die Bäume sind mindestens doppelt, wenn nicht dreifach so hoch. Aber schliesslich erwische ich dann doch noch den einen oder anderen Affen, und ich beschliesse, meinen Führer nicht mehr länger warten zu lassen. Wir machen uns auf den Rückweg – und geniessen einen Schwarztee bei Okeka zuhause.

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Bei Okeka brüten unten im Wohnzimmerschrank in den Schubladen die Hühner. Ich darf ein kleines Küken in die Hand nehmen, obwohl die Mutterhenne damit gar nicht glücklich ist. Deswegen gebe ich ihr das Kleine schnell wieder zurück. Und dann geht’s auch schon wieder „nach Hause“ ins Kakamega Guesthouse. Obwohl ich das Gefühl habe, ich könnte für immer im Regenwald bleiben und wie Okeka in einem kleinen Lehmhaus leben.

 

5 Gedanken zu „Sonnenaufgang im Regenwald

  1. Deine Bilder und Texte geben einen sehr lebendigen Eindruck; beim Betrachten habe ich das Gefühl, für einen Moment auch im Regenwald zu sein…
    Wovon lebt Okeka? Macht er noch anderes nebst Führungen?

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  2. Ich bin am Rückwärtslesen, da ich die letzten Berichte von dir nicht wirklich registriert habe. Interessant, dass du ein Sonnenaufgangserlebnis geschildert hast. Ich habe am Sonntagmorgen, dem 3.Juni auch den Sonnenaufgang angeschaut. Ich war etwa um halb fünf Uhr auf dem Belpberg. Es war zwar noch dunkel, aber doch schon deutlich erkennbar, wo in etwa der Sonnenaufgang sein würde. Es war recht kalt weil der Wind blies und das was ich hörte waren die Glocken der grasenden Kühe hinter mir. Später haben dann natürlich auch Vögel gesungen. Ganz eindrücklich war für mich, wie die Holunderblüten neben dem Platz wo ich auf die Sonne wartete, nach dem Sonnenaufgang zu duften begannen. Die Kuhglocken aber verstummten, denn die Kühe selber hatten sich mit dem Aufsteigen der Sonne ins Gras gelegt. Ich war übrigens auch erstaunt WIE schnell es taghell wurde. Die mystische Zeit zwischen Dunkelheit und dem ersten Aufleuchten des Sonnenlichts am Horizont war für mich wunderbar und machte mich dankbar für so vieles in meinem Leben…..

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