Von kenianischen Unterkünften

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Nach meinem ersten Monat in Kenia möchte ich euch von meinen Erfahrungen in kenianischen Unterkünften berichten. Zwar habe ich bisher erst ein Guesthouse in Nairobi und ein Hotel in Kakamega Town persönlich ausprobiert, allerdings konnte ich in den letzten 34 Tagen auch weitere Nachtquartiere besichtigen und mich mit meinen icipe-KollegInnen über die «Besonderheiten» unterhalten.

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Das Bad im Kakamega Guesthouse.

1. Das Bezahlen… ist hier nicht so genau geregelt. Erstens kann der Preis jeweils verhandelt werden (zumindest ab mehr als einer Nacht) und zweitens kann man sich den Zeitpunkt des Bezahlens praktisch selbst aussuchen. Oft begleicht man die erste Nacht beim Ankommen im Hotel; danach kann man so lange bleiben, wie man möchte, und sich auch spontan umentscheiden.

2. Das Bad… umfasst meist eine «richtige» Toiletten und eine Dusche, die auf «warm» eingestellt werden kann. Was aber speziell daran ist: Die Dusche ist oft nicht nur im gleichen Zimmer, sondern ohne Badewanne oder andere Abgrenzung direkt neben der Toilette platziert. Konkret heisst das: Beim Duschen wird die Toilette nass gespritzt und das Wasser fliesst durch das ganze Badezimmer in den Abfluss. Wer sich also nach der Dusche bspw. etwas anziehen und dann auf Toilette gehen möchte, sollte das besser nicht in den Socken tun.

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Mein an der Rezeption abgegebener Laptop kam zuverlässig mit einem „DARIA“-Aufkleber an mich zurück.

3. Die Handhabung der Wertsachen… kann unterschiedlich gelöst werden. Am besten nimmt man die Wertsachen beim Verlassen des Hotelzimmers immer mit. Wem das zu mühsam ist, der hat die Möglichkeit, die Wertsachen in den Koffer zu legen und diesen abzuschliessen. So könnte dieser zwar immer noch «als Ganzes» entwendet werden, aber wenigstens liegt der Laptop dann nicht mehr ganz so verlockend auf dem Bett. Hier im Kakamega Guesthouse habe ich gelernt, dass man die Wertsachen auch an der Rezeption – die übrigens 24/7 geöffnet hat – abgeben kann. Ich war zwar zuerst etwas misstrauisch, aber spätestens nachdem ich heute meinen Laptop inklusive einem neuen «DARIA»-Aufkleber sofort beim Eintreten ins Hotel zurückbekam, verflogen diese Bedenken.

4. Der Service… ist rund um die Uhr erhältlich und umfasst auch das Säubern der Schmutzwäsche oder das Entfernen von furchteinflössende Grillen aus dem Zimmer (auf letzteren griff ich gestern dankbar zurück). Wenn man will, dass das Zimmer geputzt wird, gibt man den Schlüssel beim Verlassen des Hotels an der Rezeption ab.

5. Das Internet… ist hier eigentlich nie stabil (das gilt auch für Nairobi). Ratsam ist es also, für Notfälle stets auf mobile Daten zurückgreifen zu können. Da lohnte es sich sogar, um für die kenianische SIM-Karte den ganzen Nachmittag im «Safaricom-Shop» zu verbringen – mit einem Ticket, dessen Nummer nicht mehr in der selben Woche auf dem Bildschirm zu erscheinen schien.

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Das Bett mit Moskitonetz im Nairobi Guesthouse.

6. Das Bett… ist – zumindest nach dem zu urteilen, was ich bisher getestet habe – durchaus «beschlafbar». Ich schlafe gerne in meinem eigenen Leintuchschlafsack, aber bisher wäre es auch ohne gegangen. Und obwohl die Kissen jeweils viel zu weich oder viel zu hart waren, hinderten sie mich nie am Einschlafen. Das übernahm dafür die Lärmkulisse (sogar dann, wenn keine Grille direkt neben meinem Bett zirpte): Die Wände sind hier dünn und die Fenster dichten den Schall von aussen nicht wirklich ab. Die Lösung: Oropax oder Lärmgewöhnung. Letztere funktioniert bei mir übrigens mittlerweile super.

2 Gedanken zu „Von kenianischen Unterkünften

  1. „Wenn eine(r) eine Reise tut, so kann sie/er was erzählen.“
    Du schreibst von furchteinflössenden Grillen.
    Ich war einmal in einem Hotel in Instanbul (wo mich der Chef mit seinem Sohn bekanntmachte und dieser mich dann in das Familienferienhaus am Meer eingeladen hat, was ich aber wohlweisslich ausschlug), das es mit der Sauberkeit nicht ganz so wichtig nahm.
    Die Leintücher waren schmutzig und ich bekam erst neue Anzüge, als ich mich vehement beschwerte.
    Als ich dann am Abend bei Dunkelheit ins Zimmer kam, musste ich logischerweise das Licht anmachen.
    Kaum wurde es hell verschwanden in Windeseile X Kakerlaken in den Ritzen oder sonst wo.
    Meine Erinnerung an die 2 Nächte in jenem Zimmer, lösen noch Heute ein Schaudern in mir aus. Und das mit der Dusche ohne Umrandung und nassem Boden bis zur Toilette ….. das habe ich in einfachen Unterkünften oft auch in Kreta so erlebt….
    Ich wünsche dir jedenfalls mit oder ohne Oropax (welche auch bei mir treue Reisebegleiter waren und sind) stets einen guten und tiefen Schlaf!

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    • Uh, das mit den Kakerlaken klingt wirklich eklig^^ Da hatte ich bisher Glück, ich hatte erst einmal eine kleine in meiner Wohnung (die es aber nicht lange überlebte). Und seither habe ich meine Ruhe 🙂

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