Eine Farm mit grosser Diversität

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Maurice Abung’ana

Heute lernte ich Maurice Abung’ana, einen Kleinbauern, kennen. Seine Farm ist ein wirklich paradiesischer Ort. Die kleinen Lehmhäuser mit den Strohdächern, die bunte Blumenwiese für die Bienen, die kleinen Felder – das alles ist unglaublich friedlich und hat viel Charme. Maurice erzählte mir aber auch, wo die Herausforderungen in seinem täglichen Leben liegen.

Name: Maurice Abung’ana

Alter: 47

Beruf: Landwirt

Wohnsituation: Ich wohne in meinem Haus, zusammen mit meiner Frau und meiner 12-jährigen Tochter. Meine drei älteren Söhne und die ältere Tochter sind bereits ausgezogen.

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Ein Teil der Farm von Maurice. Nebst Mais pflanzt er auch Medizinpflanzen, verschiedene Gemüsesorten und Zuckerrohr an.

Was ist dein grösster Traum? Ich hätte gerne eine grössere Farm, so dass ich daraus ein richtiges Geschäft machen könnte.

Was ist dein Lieblingsort in Kenia? Ich habe keinen Lieblingsort. Ich könnte in Kenia überall leben, solange die Sicherheit gewährleistet ist.

Womit hast du dein erstes Geld verdient? Nach der Schule habe ich versucht, mit dem Gemüseanbau Geld zu verdienen. Als allererstes konnte ich damals einen Kohl verkaufen, das weiss ich noch gut.

Wie verläuft ein gewöhnlicher Wochentag bei dir? Normalerweise stehe ich um 6 Uhr früh auf. Nachdem ich mein Gesicht gewaschen und meine Zähne geputzt habe, esse ich Githeri zum Frühstück, das ist eine Mischung aus Bohnen und Mais. Dazu trinke ich einen schwarzen Tee. Danach mache ich Gartenarbeit; ich beschneide die Büsche mit einer Machete und entferne Unkraut in den Feldern. Das dauert etwa fünf Stunden. Danach gehe ich zurück ins Haus und nehme eine Dusche. Das heisst: Ich koche Regenwasser auf, gebe es in einen Bottich und nehme dann mit den Händen Wasser aus dem Bottich, um es über meinen Körper zu giessen. Dann seife ich mich so lange ein, bis ich mich sauber fühle. Anschliessend esse ich das Mittagessen, welches meine Frau zubereitet hat, und danach lege ich mich für mindestens eine Stunde hin. Am Nachmittag hole ich Gras für meine Kuh, damit auch sie etwas zu essen hat. Danach sehe ich auf meiner Farm nach dem Rechten; entferne beispielsweise abgefallenes Laub oder setzte Arbeiten fort, die ich am Morgen nicht abschliessen konnte.

Am Samstag gehe ich immer zum Markt, um einerseits neues Saatgut zu kaufen und andererseits meine Gemüsesorten, die Bananen und das Zuckerrohr zu verkaufen. Am Sonntag gehe ich in die Kirche und bete, da arbeite ich nicht.

Hast du schon einmal Entwicklungszusammenarbeit in der Praxis erlebt? Und wenn ja: Was war daran positiv, was negativ? Ich arbeite seit mehreren Jahren mit icipe und Biovision zusammen. Ich bin sehr froh, dass es dieses Projekt gibt. Ohne die Organisationen wäre es nicht möglich gewesen, irgendetwas zum bessern zu verändern. Ich kriege Inputs zu Anbaumethoden, lerne die Rolle von Bestäubern kennen – all das ist sehr hilfreich und spannend. Für mich gibt es in Bezug auf diese Entwicklungszusammenarbeit nichts Negatives.

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Dank dem Projekt von Biovision, icipe und weiteren Partnern hat Maurice seit einigen Jahren einen Bestäuber-Garten auf seiner Farm. Die Blüten werden fleissig von verschiedensten Bienen besucht.

Was bereitet dir am meisten Sorgen? Manchmal gibt es Krankheiten oder Insekten, die meine Pflanzen befallen. Aber die grösste Herausforderung ist das Ernten: Dazu muss ich zusätzlich jemanden anstellen – aber ich kann diese Person erst bezahlen, wenn ich die Produkte verkauft habe. Manchmal will diese Person dann aber nicht auf das Geld warten – oder ich kann die Produkte gar nicht verkaufen, weil es keine dafür keine Nachfrage gibt. Dann kann ich die Ausbildungskosten für meine Tochter kaum bezahlen.

Was wünschst du dir für dein Land? Ich wünsche mir, dass Kenia ein grünes Land wird. Grün im Sinne von, dass es viele Bäume gibt und es der Umwelt gut geht. Auch Landwirtschaft soll es geben, damit man Produkte verkaufen und davon die Kosten für die Schule etc. decken kann.

2 Gedanken zu „Eine Farm mit grosser Diversität

  1. Du machst sehr schöne Fotos!
    Wo und wie leben wohl die älteren Kinder von Maurice und seiner Frau?
    Wie sehr möchte ich es Maurice gönnen, wenn er seine Farm vergrössern könnte.

    Gefällt mir

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