Das „Farmers Communication Programme“

Da meine Reise nach Kakamega nach hinten verschoben worden war, widmete ich die letzte Woche in Nairobi der Recherche rund um das «Farmers Communication Programme» (kurz: FCP). Das FCP hat zum Ziel, Informationen über nachhaltige Landwirtschaft zu verbreiten. Es wird von Biovision Africa Trust, einer von Biovision gegründeten unabhängigen kenianischen NGO, umgesetzt.

Warum ich euch ein Kommunikationsprogramm vorstellen will? Ganz einfach: Kommunikation ist in einem Entwicklungszusammenarbeitsprojekt zentral, und zwar von Anfang bis Ende. Die beste Anleitung zum Anbau von Medizinpflanzen und der Gewinnung von Produkten aus dieser Pflanze bringt nämlich überhaupt nichts, wenn sie nicht bei den Kleinbauern und -bäuerinnen ankommt, die sie gebrauchen sollten.

Wirkungsdiagramm_Fokus Kommunikation

Die Projektkommunikation liegt bei meinem Beispielprojekt in der Verantwortung des icipe. Biovision ermuntert die Projektpartner dazu, mit dem FCP zusammenzuarbeiten. Das FCP besteht aus einem Magazin («The Organic Farmer»), einem Blog, einem Radiosender, diversen Websites sowie Social Media Beiträgen. In insgesamt fünfzehn Informationszentren in ganz Kenia werden Informationen zu nachhaltiger Landwirtschaft direkt zu den Kleinbauern und -bäuerinnen gebracht.

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Das Magazin des FCP wird monatlich als Printprodukt veröffentlicht und kann für 20 Kenian Shilling (das entspricht ca. 0.20 USD) gekauft werden. Es enthält Artikel zu diversen Themen rund um die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und der Umwelt. Beispielsweise wird erklärt, warum das Pflanzen von Bäumen wichtig ist, wie sparsam bewässert wird oder wie man die Bodenerosion minimieren könnte.

Blog

Auf dem Blog www.theorganicfarmer.org werden regelmässig Beiträge zu nachhaltiger Landwirtschaft veröffentlicht. Der Blog wurde vor kurzem mit dem «BAKE award 2018» als bester landwirtschaftlicher Blog in Kenia ausgezeichnet.

infonet

Ein weiterer Bestandteil des FCPs ist die Website «Infonet». Dort finden sich wie in einer Enzyklopädie zahlreiche Beiträge rund um die «4H-Bereiche»: plant health, animal health, human health und environmental health. Beispielsweise kann nachgelesen werden, welche ökologische Bedeutung eine bestimmte Pflanze hat oder welche Produkte aus ihr gewonnen werden können.

Kurz: das FCP ist breit ausgerichtet und verfügt über viele spannende Medien. Also gibt es viele Synergiemöglichkeiten mit der Projektkommunikation. Für mich bleiben zwei Fragen. Erstens: Wie genau funktioniert die Zusammenarbeit zwischen dem Projekt und dem FCP? Und zweitens: Kommt bei den Kleinbauern und -bäuerinnen diejenige Information an, die sie gebrauchen können? Ich hoffe, über diese komplexen Themen bald mehr zu erfahren.

2 Gedanken zu „Das „Farmers Communication Programme“

  1. Beeindruckend, dieses FCP!
    Können die meisten FarmerInnen lesen in Kenia?
    Wie viele haben Zugang zum Internet? Wie viele haben ein „Lesegerät“ (Handy/ Tablet/ Laptop…) ?
    Bin gespannt, was für Antworten du auf deine beiden Fragen findest!
    Herzliche Grüsse!

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    • Also ich antworte jetzt einfach nach meinem Eindruck: lesen und schreiben können die meisten, aber nicht alle. Ein Handy haben ebenfalls viele, aber Internet haben nur wenige. (Die Handys sind nur manchmal Smartphones und eigentlich immer „alte“ Modelle – mit meinem IPhone 7 habe ich ein Gerät, was sonst hier niemand hat.) Laptops/Computer habe ich bisher nur im Büro der „Kakamega Environmental Education Program“ (KEEP) gesehen.

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