„Ich wünsche mir politische Stabilität“

Kenn Guttu Porträt

Kenn Guttu leistete mir in den ersten Tagen in Nairobi unbezahlbare Hilfe. Er unterstützte mich dabei, eine eigene Wohnung zu bekommen (vgl. Umzug in Nairobi), besorgte mit mir die Einrichtung, zeigte mir, wo man lecker zu Mittag essen kann – kurz: er ermöglichte mir ein praktisch reibungsloses Einleben. Dabei lernte ich Kenn auch persönlich kennen. Ich möchte ihn euch im ersten «Porträt der Woche» genauer vorstellen.

Name: Kenn Guttu

Alter: 31

Beruf: Ich bin technischer Assistent am icipe und forsche über den Effekt des Schädlings «fall armyworm» auf Maispflanzen. Unser Ziel ist es längerfristig, ein Pestizid dagegen zu entwickeln.

Wohnsituation: Ich wohne alleine in einer hübschen Zweizimmerwohnung in Kasarani, Nairobi. Ich habe ein eigenes Badezimmer und eine Küche.

Was ist dein grösster Traum? Ich würde gerne einen Master machen, in nachhaltiger Entwicklung oder etwas Ähnlichem. Die Welt verändert sich so schnell und Afrika ist nicht weit entwickelt, deswegen sollte man etwas unternehmen.

Was ist dein Lieblingsort in Kenia? Es gibt viele schöne Orte! Vielleicht Kisumu oder Mombasa.

Womit hast du dein erstes Geld verdient? Während dem Bachelorstudium habe ich für die NGO «Impact Research and Development Organisation» Daten analysiert, das war mein erstes Einkommen.

 

Wie verläuft ein gewöhnlicher Wochentag bei dir? Normalerweise stehe ich um halb sechs Uhr auf, gehe joggen und frühstücke dann zuhause. Um acht Uhr bin ich am icipe; ich arbeite acht Stunden am Tag und habe eine Mittagspause von 1.5h. Gegen halb sechs Uhr abends bin ich dann jeweils wieder zuhause; auf dem Weg gehe ich meistens bei einem Filmgeschäft vorbei und kaufe mir einen Film, den ich mir dann zum Abendessen ansehe.

Hast du schon einmal Entwicklungszusammenarbeit in der Praxis erlebt und wenn ja, was war daran positiv, was negativ? Bei uns wurden an der Fachhochschule in Kisumu mal die Hörsäle vergrössert. Das Projekt wurde von der kenianischen Regierung und der JICA finanziert. Ich habe diesbezüglich nichts Negatives erlebt; es war schön, grössere Zimmer zu bekommen.

Was bereitet dir am meisten Sorgen? Mir bereiten die steigenden Lebensunterhaltungskosten bei gleichbleibendem, kleinem Lohn Sorgen. Ich muss schauen, dass ich über die Runden komme.

Was wünschst du dir für dein Land? Ich wünsche mir politische Stabilität, das ist alles. Momentan ist es zwar gerade relativ ruhig, aber spätestens bei den nächsten Wahlen wird sich das wohl wieder ändern. Es ist nie schön, wenn jemand sein Leben bei politisch motivierten Gewaltausschreitungen verliert, deswegen hoffe ich, dass das in Zukunft weniger vorkommt.

3 Gedanken zu „„Ich wünsche mir politische Stabilität“

  1. Es ist immer wieder berührend, wenn mir vor Augen geführt wird, dass meine Art von Lebensumständen mehr als komfortabel sind. Ich kann ja grundsätzlich rein gar nichts dafür, dass es mir so gut geht. Wenn ich dieses oder auch andere Beispiele von Lebenssituationen sehe, werde ich innerlich ermahnt dankbar zu sein. Ich kann irgendwie schlecht mit dem Bewusstsein der Ungerechtigkeiten auf der Welt umgehen, weiss aber nicht wirklich, wie ich darauf reagieren soll.
    Du Daria machst jetzt Erfahrungen, die du mit uns teilst. Ich danke dir dafür! Alles Gute auch weiterhin!

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