Mukimo

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Jane Kaari Ngagi vor ihrem Gemüsestand.

Jane Kaari Ngagi, 40-jährig, entschied sich nach einigen Jahren „front office“ dazu, ihren eigenen Gemüsehandel zu eröffnen. Die alleinerziehende Mutter, die ihr Geschäft direkt vor meiner Wohnung hat, war bereit, mir einige Fragen zu kenianischem Essen zu beantworten – und kochte sogar für mich.

Jane verkauft an ihrem Gemüsestand von Tomaten über Zwiebeln bis hin zu Spinat und Kohl praktisch alles, was man so braucht. Das Gemüse kauft sie von einem Markt und versucht dann, durch den Wiederverkauf einen Gewinn zu erzielen. Die Waren auf dem Markt stammen von Kleinbauern, die Jane teilweise persönlich kennt.

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Wie bei den Möbeln kriegt man auch bei Jane nach dem Bezahlen einen besonderen Service: Das Essen wird auf Wunsch für einen geschnitten.

Ich wusste von Kenn, dass Jane abends auch manchmal warmes Essen zum Verkauf zubereitet. Ich hatte gehofft, dass ich davon ein paar Bilder schiessen könne aber mir wurde erklärt, dass der Mais gerade nicht Saison habe und deswegen zu teuer sei. Ich war etwas enttäuscht und beschloss stattdessen, noch ein paar Gemüsebilder aufzunehmen.

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Dieses Sprichwort war für mich noch nie so wahr wie hier in Kenia. Als ich nämlich gerade wieder gehen wollte, meinte Kenn, der als Übersetzer geholfen hatte, dass Jane mir jetzt zeigen würde, wie man „Mukimo“ zubereite. Also blieb ich – und hielt das Ganze für euch in Bildern fest.

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Mukimo ist ein Eintopfgericht, welches hauptsächlich aus Kochbananen, Kartoffeln und Tomaten zubereitet wird. Mukimo kann man als Hauptgericht oder auch als Beilage essen.

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Alle Zutaten (bis auf die Tomaten) werden zunächst geschält, dann in einem Becken gewaschen und anschliessend in Stücke geschnitten.

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Fürs Kochen wird in Nairobi meistens Holzkohle verwendet, da es billiger ist als Gas. (Elektroherd habe ich hier bisher noch keinen gesehen.) Da es so etwas wie Brandbeschleuniger scheinbar nicht gibt, hackt Jane mit einem grossen Spaltmesser das Holz in kleine Späne.

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Mit viel Geduld, etwas Karton und Streichhölzern wird anschliessend ein Feuer angezündet.

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Kenn übernimmt in der Zwischenzeit meinen Job als Journalistin und schreibt für mich auf, wie der kleine Holzkohleherd heisst: Jiko.

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Damit die Kohle richtig zu glühen beginnt, fächert Jane dem Feuer Luft zu. Vorbeikommende Personen lösen sie von Zeit zu Zeit ab, bis es plötzlich in Strömen zu Regnen beginnt. Jane verlegt den Jiko in ihren Stand hinein und Kenn übernimmt das Wedeln mit dem Metallteller.

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Nun ist es soweit und die Kohle glüht. Auf dem Jiko werden nun die Zwiebeln in Öl angedünstet. Jane fügt einen Löffel Salz hinzu.

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Nach einiger Zeit werden grüne Peperoni, Koriander und Tomaten beigefügt. Das Gericht duftet bereits herrlich und ich denke etwas wehmütig daran, dass ich für heute Abend nur Pasta zum Kochen zuhause habe.

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Nun werden die Kochbananen und die Kartoffeln hinzugefügt und das Ganze wird gekocht. Ich weiss nicht, wie lange es noch gehen wird, und kriege es immer mehr mit dem Hunger zu tun. Aber ich will auch nicht einfach aufstehen und gehen, schliesslich kocht Jane ja extra, damit ich davon Bilder aufnehmen kann.

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Es ist geschafft! Das Mukimo, welches übrigens Janes Lieblingsgericht ist, wurde nun für ca. 1/2h gekocht und ist essensfertig. Mittlerweile hat auch der Regen wieder aufgehört. Erst jetzt erfahre ich, dass der ganze Topf für mich bestimmt ist – und kann mein Glück kaum fassen. Das Mukimo ist superlecker!

6 Gedanken zu „Mukimo

  1. Da hätte ich gerne mitprobiert. Es war ganz sicher sehr fein. Zum Glück hast du das ganze festgehalten und du weisst nun wie du dir diese köstlichkeit auch selber annähernd so gut wirst kochen können!

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  2. …das sind die wahren Erlebnisse, die sich einprägen werden: die Kontakte zu den Menschen, die dich in ihre ganz persönliche Welt einführen. Und das Zubereiten der Mahlzeiten lässt schon tiefe Einblicke in ihr Leben zu. Toll, dass du so gut angekommen bist!

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  3. Liebe Daria, ich bin seit 2004 mit einer Kenianerin verheiratet und kenne die Gerichte. Auch ich liebe Mukimo – in der Schweiz ist allerdings das Problem dass wir die nötigen Kochbananen, sogenannte „Matoke“ kaum kriegen. Matoke sind einfach lecker. Mit den gängigen Kochbananen aus Ecuador/Kolumbien gelingt das Gericht nicht. Probier auch Mal „Kiteri“ und „Ugali mit Sukuma Wiki“!

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    • Lieber Daniel, merci für deinen Kommentar! Das mit den Kochbananen ist wahrscheinlich wirklich schwer in der Schweiz 😉 Merci für die Essenstipps; Ugali hab ich schon gegessen, aber an Kiteri oder Sukuma Wiki könnte ich mich nicht erinnern… Vielleicht gibt’s das ja im Kakamega Regenwald, wo ich morgen hinfahre.

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