Schutz für Bienen dank Biopestizid

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© Peter Lüthi / Biovision

Gestern war ich zum ersten Mal am icipe, dem internationalen Insektenforschungsinstitut von Nairobi. Janet Irungu und Rose Marubu empfingen mich mit viel Herzlichkeit und führten mich durch die Labore.

Das ganze icipe Gelände ist riesig, es gibt viele verschiedene Gebäude, thematisch geordnet. Dazwischen sind wunderschöne Gärten mit Weisskragen-Raben (eigentlich heissen sie Schildraben, wie ich inzwischen weiss), Schmetterlingen und Bienenhäusern angelegt. Als ich voller Faszination einen blau-braun schillernden Vogel entdeckte, den ich noch nie zuvor gesehen hatte, meinte meine Begleiterin nur unbeeindruckt: «yes, it is a bird». Scheinbar sind hier Dreifarben-Glanzstare (zu welcher Art ich den Vogel nach einiger Recherche zuordnen würde) das, was bei uns Spatzen sind.

Das gemeinsame Projekt von Biovision und dem icipe ist im im Bee Health Gebäude angesiedelt. Dort angekommen, bekam ich eine Führung durch die verschiedenen Labore. Unter anderem wird hier geforscht, mit welchen Chemikalien Bienen untereinander kommunizieren – hochinteressant. Auch führte mich Rose in das Projekt ein, mit welchem ich mich in den nächsten Wochen und Monaten genauer befassen werde.

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Rose Marubu zeigt mir das Poster, welches einen Überblick über die Projekte im Kakamega-Regenwald gibt. Das hier erwähnte „Biopestizid-Projekt“ wurde von Biovision und der EU unterstützt.

Beindruckende Forschungsergebnisse

Rose präsentierte mir unter anderem die Forschung mit extrahierten Pflanzenölen: Nachdem anhand von Interviews mit der lokalen Bevölkerung und von Beobachtungen vor Ort eine Auswahl von Pflanzen getroffen worden war, wurden von all diesen Pflanzen die Öle extrahiert. Das Verfahren dazu ist einfach gehalten, damit die BäuerInnen das auch bei sich zuhause machen können. Durch Ausprobieren wurde dann versucht, ob eines dieser Substrate als natürliches Pestizid gegen die Varroamilbe eingesetzt werden könnte. Und tatsächlich: eine buschähnliche Pflanze verfügt über einen Inhaltsstoff, welcher die Varroamilben abtöten kann, ohne dabei den Bienen zu schaden. Das Produkt sei aber noch in der Testphase, erklärte Rose. Die ersten Ergebnisse würden sie jedoch sehr positiv stimmen. Und das Beste daran: Die Medizinalpflanze kann von den ImkerInnen selbst angepflanzt werden und wächst auch innerhalb relativ kurzer Zeit. So müssen sie keine teuren Pestizide mehr kaufen und schaden gleichzeitig der Umwelt weniger, da das Pestizid pflanzlich ist. Also ein Gewinn auf ganzer Strecke. Ich hoffe, dass ich dieser Pflanze und dem ImkerInnen vor Ort begegnen kann, wenn ich übernächste Woche zum ersten Mal zum Kakamega-Regenwald fahre.

Dieses beeindruckende Beispiel der Entwicklungszusammenarbeit zeigt aber nur einen von vielen Bereichen, welche des gemeinsamen Projekt von Biovision und dem icipe umfasst. Auch Umweltbildung ist beispielsweise ein wichtiger Teil (siehe auch Poster auf dem Bild). Was genau das Projekt aber eigentlich alles einschliesst, muss ich noch herausfinden. Dazu habe ich von Biovision schon einige Dokumente bekommen, die ich in den nächsten Tagen durchstöbern werde.

3 Gedanken zu „Schutz für Bienen dank Biopestizid

  1. Liebe Daria in Kenia
    Hochinteressant von dir zu lesen. Ich höre aus den Zeilen, dass du beschäftigt mit Neuem/Unbekanntem bist und es dir dabei/damit gut geht. Ich werde gerne weiterverfolgen wie es dir ergeht und wünsche dir für jeden Keniatag alles Gute. LgU

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Den Druck auf den Regenwald verringern | Daria in Kenia

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