Weisse Raben

Als ich heute Morgen in Nairobi erwachte, mich vom Mückennetz befreite und den Vorhang zur Seite schob, konnte ich meine «Heimatstadt» für die nächsten drei Monate zum ersten Mal bei Tageslicht betrachten. «So fest anders als die Schweiz sieht sie gar nicht aus», dachte ich, «es gibt Strassen, Häuser und Raben auf den Hausdächern» bis ich genauer hinsah und merkte, dass die Raben nicht komplett schwarz sind, wie in der Schweiz, sondern einen weissen Kragen tragen.

Auch sonst ist doch einiges anders: es gibt keine wirklichen Bürgersteige, sondern man bahnt sich als Fussgänger einen Weg zwischen Pfützen, herumstehenden Autos und der Strasse hindurch. Als ich zwischen zwei Eisenstangen unter einem Plakat durch gehen wollte, stiess ich mir den Kopf an. Sofort drehten sich alle Leute zu mir und sagten «sorry, sorry». Ich dachte erst, sie würden mir was verkaufen wollen oder mich um etwas bitten. Doch dann verstand ich, dass sie mir einfach nur ihr Mitgefühl ausdrückten. Alle entschuldigten sie sich für das Plakat, obwohl sie gar nichts dafür konnten. Schliesslich war ich zu doof, den Kopf einzuziehen.

 

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